Mahd Bolle di Magadino


Riedwiesen | Realisiert im November 2015 | Naturnetz mobil

Durch die Gewässerkorrektur der Ticino wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts der Flusslauf begradigt, wodurch eine einzigartige Flusslandschaft verloren gegangen ist und dem Landwirtschaft- und Industrieland weichen musste. Da ein Fluss enorme Geschiebemengen an Kies mit sich führt, wurde der Fluss wirtschaftlich genutzt und Kies abgebaut. Zugunsten der Natur wurde der Betrieb aber im Jahre 2002 eingestellt und das ursprüngliche Areal des Kieswerks renaturiert. Dabei wurden drei grössere Kiesinseln künstlich aufgeschüttet. Diese sollen dazu beitragen, dass das Flussdelta wieder an Dynamik gewinnt und neuer Lebensraum für Flora und Fauna entsteht. Die Inseln sind besonders für Zugvögel als Rastplatz enorm wichtig. Sie können sich für eine Zeit lang von den Strapazen der Reise ausruhen und ihre Energiereserven durch das reichhaltige Angebot an Insekten, Früchten und Samen wieder auffüllen. Damit die Inseln auch weiter ein Rast- und Lebensraum bleiben, müssen sie ihren offenen Charakter beibehalten und gehölzfrei sein. Dies ist nur durch alljährliches Mähen erreichbar.

Da dieses Unterfangen einen hohen Einsatz an Personal erfordert, ist das Naturnetz mit seinen Zivis geradezu prädestiniert für diese Arbeit. Jeder Zivi wurde mit einem Freischneider ausgerüstet und dann hiess es: Mähen, mähen und weiter mähen... Sämtliche Arbeitsgeräte mussten mit einem Boot auf die Inseln transportiert werden. Die Freischneider waren dabei weniger das Problem. Um den Mähauftrag effizient zu gestalten, haben wir zusätzlich noch einen Balkenmäher mitgenommen. Nicht auszudenken, was gewesen wäre, wenn dieser beim Ausladen in den Tiefen des Sees verschwunden wäre.

Das Wetter war dieses Jahr auf unserer Seite. Im letzten Jahr musste der Einsatz verschoben werden, da die Inseln durch ein Hochwasser überflutet waren. Doch in diesem Jahr wurden wir mit fast schon spätsommerlichen Temperaturen im November, einer äusserst spannenden Führung im Gebiet und natürlich der atemberaubenden Landschaft des Flussdeltas dafür entschädigt.


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