Förderung der Zwergheideschnecke


Wiesen, Magerwiesen | Realisiert im Oktober 2016 | Nordostschweiz

Trockenwiesen und –weiden sind von landwirtschaftlicher Nutzung geprägte, artenreiche Lebensräume. Im Rahmen der Kartierung dieser Wiesen, im Kanton Schaffhausen durch Pro Natura im April 2016, wurde an einer mageren Strassenböschung im Wangental eine kleine Population der Zwergheideschnecke nachgewiesen. Xerocrassa geyeri ist eine etwa 5 mm kleine Schneckenart mit einem kugeligen, leicht flachgedrückten Gehäuse, welches bis zu 4.5 Umgänge aufweisen kann. Das Ergebnis der Erhebung fand Beachtung in der Fachwelt, ist die Schnecke doch in Europa nur reliktartig verbreitet. Schweizweit sind nur wenige aktuelle Vorkommen bekannt, im Kanton Schaffhausen fehlte sie ganz.

Die Population der nun festgestellten Art besteht aus etwa 50-200 Tieren. Unsere Aufgabe war es nun, die Lebensbedingungen für die vom Aussterben bedrohte Tierart zu verbessern. Da Xerocrassia geyeri, wie viele andere Schneckenarten auch, auf offenen Boden zwischen der Krautschicht angewiesen ist, hatte die Offenhaltung des Bodens oberste Priorität. Zuerst wurde die Fläche gemäht und das Grüngut entsorgt. Anschliessend bearbeiteten wir die Fläche mit verschiedenen Rechen, so dass grössere Lücken in der Grasnarbe entstanden. Auch stockten wir Wurzelausschläge einer angrenzenden Schlehdornhecke aus, wobei hier ebenso offene Stellen resultierten.

Diese Sofortmassnahmen wurden vom renommierten Weichtierexperten Peter Müller aus Zürich fachlich begleitet, welcher die Gelegenheit nicht ausliess, für eine Tierart zu werben, die nicht unbedingt im Focus des Artenschutzes steht. So war während des Einsatzes ein Kamerateam vor Ort, um einen Beitrag für Teletop (Link zur Sendung) aufzunehmen.


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