Ginsterbekämpfung in einer revitalisierten Kastanienselve


Wiesen, Wald | Realisiert im März 2016 | Tessin

Seit 1970 unterstützt die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz Aufwertungsmassnahmen in Gebieten von ökologisch und kulturhistorisch hoher Bedeutung. Eines dieser Gebiete liegt im Vallemaggia, welches sich von der Quelle des Flusses Maggia am Lago del Narèt auf gut 50 km bis hinunter nach Locarno erstreckt, ganz im Nordosten des Tales. Das Gemeindegebiet von Lavizzara, abgeschieden und rauh, besteht zu einem grossen Teil aus unbewirtschaftbaren Flächen wie Gebirgshängen, Bachläufen und Seen. Für das Überleben in dieser Region war bereits vor Jahrhunderten ein nachhaltiges Bewirtschaften des Waldes und der wenigen nutzbaren Flächen für die Bauern unabdingbar.

Die so entstandene Kulturlandschaft aus terrassierten Trockenwiesen und ausgedehnten Kastanienselven ist bis heute gut zu erkennen. Durch die anhaltende Abwanderung der Bergbevölkerung in die Städte jedoch zerfallen immer mehr Häuser und Trockenmauern und viele wertvolle Weideflächen verganden. Problempflanzen wie der Adlerfarn, der Ginster oder die Brombeere verbreiten sich rasch und verdrängen die ursprüngliche Pflanzen- und Tierwelt.

Im Auftrag des Centro Natura Vallemaggia CNVM machten sich die Zivis von Naturnetz mobil auf den Weg nach Veglia di Peccia, um Mithilfe bei der Entbuschung einer zuvor bereits wiederaktivierten Kastanienselve zu leisten, in welcher sich Ginster und Brombeere stark ausgebreitet hatten. Während einer Woche wurde engagiert gesägt, geschnitten, gepickelt und gerecht und eine Menge Astmaterial und widerspenstige Wurzeln zu Haufen aufgeschichtet, in denen nun Wiesel und anderen Kleinsäuger Unterschlupf finden können. In Veglia kann jetzt wieder eine Trockenwiese nachwachsen. Ihre zukünftige Pflege ist durch die (Wieder-) Beweidung mit Schottischen Hochlandrindern langfristig gesichert.


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