Naturoase und Lebensräume an der ARA Kloten-Opfikon
Realisiert:
2025
ausgeführt von:
Naturnetz Mittelland
Ort:
8152 Opfikon, Schweiz
Chance:
Im Zuge des mehrjährigen Ausbaus der Abwasserreinigungsanlage Kloten Opfikon eröffnete sich die Möglichkeit, die neu entstandenen Flächen naturnah zu gestalten. Das Projekt nutzt dieses Potenzial gezielt, um die Biodiversität direkt auf dem Areal nachhaltig zu fördern.
Massnahme:
Parallel zu den Bauarbeiten zur Modernisierung der ARA wurde ein vom Naturnetz entworfenes Konzept zur Naturnahen Gestaltung des Aussenraums umgesetzt. Ziel war es, verschiedene strukturreiche Lebensräume für Pflanzen und Tiere zu schaffen.
Methode:
Das Projekt entwickelt auf rund 6’000 m² eine Abfolge naturnaher Lebensräume entlang eines Nährstoffgradienten. Die Konzeption ist sinnbildlich an den Reinigungsprozess der Abwasserreinigungsanlage angelehnt und übersetzt den Abbau von Nährstoffen in eine räumlich erfahrbare Landschaft.
Ruderalflächen (mit sehr wenigen Nährstoffen): Hügelige kiesige Flächen, die optisch einer überschwemmten Flusslandschaft nachempfunden sind. Zu Leben erweckt durch ein oligotrophes Kleingewässer, einem funktionalen Sickerbecken, Schwalbenturm sowie massiven Wildbienensand-, Holz- und Steinstrukturen. Zusätzlich angesät mit Ruderalsaatgut und bepflanzt mit Wildstauden sowie Sedum.
Magerwiese (wenig Nährstoffe): Wandkies mit 1-2cm Humusauflage, grosses Wildbienenhotel
Fromentalwiese (mittlerer Nährstoffgehalt): 15cm Humusauflage für eine klassische bunte Blumenwiese. Pflanzung einer Flaum-Eiche.
Fettwiese (hoher Nährstoffgehalt): 30cm Humusauflage
Fassadenbegrünung mit einheimischen Rankpflanzen (Clematis alpina/vitalba und Lonicera periclymenum) und Bepflanzung von Betonwand durch Efeu.
Trockenmauer (32m mit Schwung, bis 1.5m hoch) für Reptilien und Insekten.
Hecke mit Krautsaum (52m, 3 zeilig) und Kleinstrukturen aus Holz und Stein.
Wildrosen Ensemble an mehreren Stellen
Kopfweiden (7 Stück) entlang Strasse
Infotafeln (7 Stück, Stelen aus Metall)
Die Planung erfolgte durch das Naturnetz in Zusammenarbeit mit AFRY Schweiz AG. Umgesetzt wurden die Massnahmen vom Naturnetz mit Unterstützung durch ERNE AG Bauunternehmung.
Ergebnis:
Die naturnahe Umgebung der ARA wurde zu einem vielfältigen Lebensraum mit verschiedenen natürlichen Flächentypen, Kleinstrukturen, Wasserflächen und Gehölzen. Das Areal bietet wertvolle Nischen für Insekten, Reptilien, Amphibien und Vögel. Die Anlage wurde im Sommer 2025 nach achtjähriger Bauzeit offiziell eingeweiht, und die Naturoase wurde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Ökologischer Mehrwert:
Durch die naturnahe Gestaltung direkt auf dem Areal einer technischen Infrastruktur wird die Biodiversität gefördert, Lebensräume entstehen, temporäre Gewässer bieten Lebensraum für spezialisierte Arten und die Mehlschwalben profitieren von der Rückkehr des Schwalbenturms mit seinen Nistmöglichkeiten. Die Massnahmen verbessern das Mikroklima, fördern natürliche Prozesse und machen durch ein Wildbienenhotel sowie 7 Infotafeln ökologische Themen für die Öffentlichkeit sichtbar.
Wie weiter:
Die Naturoase wird in den folgenden Jahren erst noch ihr volles Potential entfalten, wenn die Blumenwiesen und Ruderalflächen sich zur vollen Blüte entwickeln. Die Flächen werden dabei laufend durch das Naturnetz fachgerecht gepflegt und weiterentwickelt, damit sich Lebensräume und Artenvielfalt langfristig etablieren und weiterwachsen.









































