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Pflege des beweideten Lärchenwaldes bei Braggio

Realized:

2026

carried out by:

Naturnetz Tessin

Realized:

Refontana, 6544 Calanca, Schweiz

Problem

Die ökologische Qualität des Lärchenwaldes in der Umgebung von Braggio ist heute durch die fehlende Pflege und die damit verbundene natürliche Wiederbewaldung gefährdet. Früher wurde dieser lichte Wald beweidet und regelmässig gepflegt.


Aufgrund einer zu geringen Beweidung wurde der Lärchenwald im Laufe der Jahre zunehmend von Fichten besiedelt. Diese immergrünen Nadelbäume sind schattentolerant und erschweren die Beweidung. Auch die Randbereiche des Lärchenwaldes, die an Trockenwiesen und Trockenweiden von nationaler Bedeutung grenzen, wurden nach und nach von typischen Pioniergehölzen des Unterholzes überwachsen. Dazu gehören Birken, Haselsträucher und Vogelbeerbäume. Sie vermindern den Lichteinfall auf den Boden und produzieren viel sich zersetzendes Totholz. Dadurch verändert sich die chemische Zusammensetzung der Wiesenflächen und der Nährstoffgehalt nimmt übermässig zu.


Ziel des Projekts ist es, dieser Entwicklung entgegenzuwirken. Einerseits soll die typische Biodiversität dieser lichten Lärchenwälder mit ihrem offenen und teilweise besonnten Unterwuchs geschützt werden. Andererseits sollen sich die Kühe, die den Lärchenwald künftig wieder beweiden, sicher bewegen können. So wird das Risiko von Verletzungen und Stürzen verringert.


Massnahmen

Es wurden zwei Arten von Arbeiten ausgeführt. Einerseits wurden zahlreiche Fichten, Birken und Haselsträucher gefällt, die sich auf der Weide ausgebreitet hatten. Andererseits wurde eine grosse Menge an sich zersetzendem Material vom Boden zusammengerecht. Dazu gehörten heruntergefallene Lärchenäste und vermodernde Baumstämme.


Das gesammelte Material wurde zu grossen Haufen aufgeschichtet und entlang der Ränder der Weidefläche verteilt.


Methode

Die erste Fällung und das Rücken der Fichten wurde durch den Forstbetrieb des Calancatals ausgeführt. Anschliessend fällten und lichteten die Teams von Naturnetz die verbleibenden Gehölze mit Motorsägen, Astscheren und Handsägen.


Die Äste wurden vom Boden entfernt und die Fläche mit Rechen gesäubert. Auf den Einsatz eines Laubbläsers wurde bewusst verzichtet, da dieser für bodenlebende Insekten ein sehr invasives und schädliches Gerät darstellt.


Ergebnis

Die ausgeführten Arbeiten hatten verschiedene positive Auswirkungen. Durch den stärkeren Lichteinfall und das bessere Eindringen der Niederschläge bis zum Boden werden die für diesen Lebensraum typischen Pflanzenarten gefördert. Gleichzeitig entstanden durch die aufgeschichteten Äste und das Totholz zahlreiche neue Kleinstrukturen.


Ökologischer Mehrwert

Waldweiden gehören zu den seltensten Kulturlandschaften der Schweiz. Sie verbinden Wald und Offenland auf eine Weise, die heute kaum noch vorkommt. Dadurch entstehen Lebensräume für Arten, die auf halboffene Strukturen angewiesen sind.


Mit der Auslichtung wird ein artenreicher Übergangslebensraum von grossem natur- und kulturhistorischem Wert erhalten. Seine Biodiversität hängt stark vom Zusammenspiel zwischen Beweidung, Licht und unterschiedlichen Strukturen ab.


Die lichten Bereiche mit Wiesenvegetation bieten zahlreichen Insektenarten einen idealen Lebensraum. Sie nutzen die Blüten als Nahrung oder als Treffpunkt für die Paarung. Auch verschiedene Pflanzen- und Straucharten, die unter diesen halbschattigen Bedingungen gedeihen, sind für die Vogelwelt von Bedeutung.


Eine ausreichende Menge an Totholz ist im Wald ebenfalls entscheidend für den Erhalt der Biodiversität. Zahlreiche Insekten, Pilze und Vögel sind während eines Teils ihres Lebens darauf angewiesen. Totholz liefert Nährstoffe und bietet Schutz-, Überwinterungs- und Nistplätze sowie geeignete Orte für die Eiablage.


Viele Holz- und Asthaufen bilden zudem ein Netz von Rückzugsorten für die Kleintiere des Waldes. Sie bieten Schutz vor Fressfeinden und ermöglichen eine sichere Fortbewegung zwischen verschiedenen Bereichen.


Wie weiter

Naturnetz wird die Wiederherstellung der ökologisch wertvollen Weideflächen in der Umgebung von Braggio auch künftig unterstützen.

Die langfristige Pflege des Lärchenwaldes wird dadurch gewährleistet, dass die Flächen wieder von Landwirtschaftsbetrieben aus der Umgebung beweidet werden.

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