Projekte
Trockenmauer Schloss Pfäffikon
Trockenmauern | Realisiert im Dezember 2011
Im Herbst 2011 durfte das Naturnetz während dreier Wochen unterhalb des Gemeindegebäudes Pfäffikon SZ im Auftrag und in Zusammenarbeit mit dem Kloster Einsiedeln eine Trockenmauer sanieren.
Die alte Mauer war marode und teilweise eingestürzt. Diese wurde zuerst komplett abgebrochen, einzelne auf Trockenmauern spezialisierte Farne daraus „gerettet“, um sie dann in der neuen Mauer wieder einzusetzen Die neue Mauer ist mit Sandstein aus der Region aufgebaut. Steine der alten Mauer wurden als Hintermauerung wiederverwendet und somit für Eidechsen und vor allem Amphibien dort bewusst Hohlräume geschaffen.
Mit Trennscheibe, Setzer, Zahneisen und viel Herzblut haben die Zivis die Steine passgenau bearbeitet, jedoch in der eigentlichen Mauer Ritzen und kleine Durchgänge offengelassen, damit ein Durchgehen zu den hinteren Hohlräumen gewährleistet ist.
Der Platz oberhalb der Mauer bestand bisher aus einer unebenen Rasenfläche. Damit er für Anlässe der Gemeinde besser nutzbar ist, sollte das Terrain flacher und mit einer Chaussierung aus Netstaler Kalk gestaltet werden. Dies bedingte eine Verlängerung der Treppe und eine Erhöhung der Mauer um 40cm bis 70cm im Vergleich zur alten Mauer. Diese Erhöhung verlangte neu eine Abgrenzung als Fallschutz. Aus diesem Grund haben die Zivis oberhalb der Mauer eine Hecke aus vier seltenen einheimischen Wildrosenarten gepflanzt. Diese harmonieren wunderbar mit der Buchsbaumhecke und dem Gemeindegebäude im Hintergrund.
Trockenmauer Eierbrecht
Trockenmauern, Natur im Siedlungsraum, Arealgestaltung, Nisthilfen | Realisiert im November 2011
Im Familiengartenareal Eierbrecht der Stadt Zürich durfte der Verein Naturnetz im Auftrag von Grün Stadt Zürich eine Trockenmauer erstellen.
Am ersten Tag trafen wir eine ungenutzte und vergandete alte Gartenparzelle an. Diese verläuft direkt neben einem Bewirtschaftungsweg der durch das Gestrüpp immer mehr verdeckt wurde.
Als Erstes entfernten die Zivis mit Motorsäge, Pickel und Schere das dichte Gebüsch aus Brombeeren, Hasel und Eschen. Anschliessend wurden mit einem Bagger alle alten Wurzelstrünke entfernt.
Für die zu erstellende Mauer wurde ein Kiesfundament angelegt und verdichtet. Nun fing die interessante Arbeit erst an: Der Bau der Trockenmauer. Nach einer fachlichen Einführung bearbeiteten die Zivis in Handarbeit die Sandsteine und bauten damit eine einwandfreie Mauer. In der Mauer wurden Ritzen und Spalten offengelassen damit Eidechsen einen Durchgang haben in die dahinterliegende Schotterhinterfüllung. Für Igel, Iltis und Marder wurden auf Bodenhöhe Durchgänge aus Röhren zu dahinterliegenden Nestboxen gebaut. Lücken in der Mauer gefüllt mit Tonelementen und Schilfhalmen dienen Wildbienen als Nisthilfe. Oberhalb der Mauer wird im Frühling 2012 eine magere Blumenwiese angesät.
Die Parzelle mit der neuen Mauer ist nicht mehr vergleichbar mit dem Gestrüpp vom Anfang. Für die Natur wurde hier einen echten Mehrwert geschaffen.
Folienteich Buechbrunnen
Gewässerbau | Realisiert im November 2011
Die Kreuzkröte ist eine ausgesprochene Pionierart und besiedelt mit Vorliebe neu entstandene, flache, vegetationsfreie Kleingewässer, die temporär austrocknen. Beim Austrocknen gehen natürliche Feinde des Laichs und der Kaulquappen zu Grunde (z. B. Fische, Libellen-Larven und Gelbrandkäfer-Larven). Dabei besteht jedoch immer das Risiko, dass auch der Nachwuchs der Kreuzkröte austrocknet. Die Kreuzkröte hat sich an diese Bedingungen angepasst. In den flachen Tümpeln erwärmt sich das Wasser schnell und die Larvenentwicklung bis zur Metamorphose ist dadurch möglichst kurz.
Schon zum dritten Mal, durfte das Naturnetz, für ein regionales Kreuzkröten Förder- und Vernetzungsprojekt, einen ablassbaren Folienteich erstellen. Im Projektgebiet zwischen Winterthur und Schaffhausen wurde in den letzten Jahren ein Netz von Speziallaichgewässern geschaffen. Mit diesen Massnahmen konnten die verbliebenen Populationen gestützt werden. Die Populationslücken versucht man jetzt mit Laichgewässern, in Kreuzkröten-Wander-Distanz, zu schliessen.
Das bestehende Laichgewässer der Population in der Kiesgrube „Buechbrunnen „ in Flaach verliert durch einwachsende Pflanzen seine Eignung. Aus diesem Grund legten wir in unmittelbarer Nähe einen Folienteich, der mit Ablauf bestückt ist, an.
Der erstellte Teich erfüllt all die Bedingungen, welche die Kreuzkröten benötigen. Er ist seicht, durch die Abdichtung mit Teichfolie wird das Risiko auszutrocknen minimiert und er kann im Herbst wenn die Fortpflanzungszeit vorbei ist abgelassen werden.
Kulturlandschaft Landskron Südhang
Hecken & Feldgehölze, Wald | Realisiert im November 2011
Im November 2011 startete das Naturnetz im Auftrag des Verein Hot Spots mit Arbeiten am Landskron Südhang. Im Rahmen eines grenzüberschreitenden Projektes sollen in den nächsten Jahren ökologische Aufwertungen zur Förderung der Artenvielfalt realisiert werden. Mit seiner abwechslungsreichen Kulturlandschaft bietet der Landskronberg einer Fülle an seltenen Tier- und Pflanzenarten ein Refugium. Um diese wärme- und lichtbedürftigen Arten zu erhalten, zu fördern und zur Wiederbesiedlung zu animieren, haben wir mit einem Grosseinsatz an Manpower und Maschinen Teile der zugewaldeten Halbtrockenrasen vom Wald befreit. In einem ersten Schritt wurde einen Grossteil der Sträucher und Bäume gefällt. Die riesigen Mengen an Astmaterial und Baumstämmen wurden von Hand und mit Hilfe eines Forsttraktors aus den Flächen entfernt und am Wegrand zur Hackholzgewinnung zwischengelagert. Anschliessend wurden die kleineren Baumstrünke bodeneben abgesägt und die Grossen mit einer Stockfräse ausgefräst. Zum Abschluss haben wir auf der bearbeiteten Fläche das Efeu und die kleinsten Gehölze mit Motorsensen bodeneben abgemäht. Das Mähgut wurde zusammengerecht und auf Asthaufen in Hecken und im Wald deponiert. Ziel ist es mit Neuansaat von lokalem Saatgut die ursprünglichen artenreichen Halbtrockenrasen wiederherzustellen.
Naturschutzarbeiten im Kanton Zug
Neophyten, Riedwiesen, Magerwiesen, Gewässer, Wald | Realisiert im Oktober 2011
Im Auftrag des Amt für Umwelt des Kantons Zug arbeitete eine Zivildienstgruppe während drei Wochen in verschiedenen Gebieten. Das erste Gebiet wurde vor drei Jahren beim Bau der neuen Autobahnausfahrt als ökologische Ausgleichsfläche erstellt. Das Gebiet besteht aus drei Teichen, Magerwiesen und Heckenlandschaften. Die Aufgabe der Zivis bestand darin, die Magerwiesen und Schilfbestände mit dem Balkenmäher zu mähen. Aus dem Schnittgut wurden grosse Haufen erstellt, welche Reptilien als Eiablageplatz dienen können. Aus Bollensteinen aus der Lorze erstellten die Zivis grosse Steinhaufen als Unterschlupf und Sonnenplatz für Eidechsen.
Das zweite Projekt war auf einer alten Asphaltdeponie an der Kantonsgrenze zu Zürich. Durch die Überdeckung der Deponie mit einer wasserundurchlässigen Lehmschicht konnte ein kleines Feuchgebiet entstehen. Leider haben sich neben den wertvollen Pflanzen auch verschiedene Neophyten angesiedelt. Die Zivis entfernten in den Randgebieten Goldruten und einzelne Sommerflieder fachmännisch. Die grosse Feuchtwiese, welche sehr stark mit Goldruten durchwachsen ist, wurde mit dem Balkenmäher gemäht. In den umgebenden Hecken wurde eine erste Heckenpflege durchgeführt, dabei setzten die Zivis vor allem Hasel, Eschen und Hartriegel auf Stock. Zur Förderung von Amphibien wurde ein bestehender Teich ausgeräumt und mit einem Bagger aus dem nahen Kieswerk ein zusätzlicher Teich ohne zusätzliche Abdichtung erstellt.
Im dritten Gebiet, einer verschlossenen Deponie neben dem Golfplatz Holzhäusern, wurden auf einem mit Pionierwald bewachsenen Hang drei Schneisen geschlagen. Die Mischung von dichtem Pionierwald und offenen Flächen bietet seltenen Vögeln einen neuen Lebensraum.